Angel



Zu Hause

music: DJ Tiesto - Adagio for String
mood: So unglaublich müde

Seit gestern bin ich also wieder zu Hause.  Am Freitag wurde ich doch noch operiert. Die Tage waren für mich irgendwie angespannt. Ich hatte Angst vor der Narkose, Angst vor der Operation. Angst weil ich das noch nie hatte. Aber die OP ist gut verlaufen. Sie konnten die Zyste gänzlich entfernen.
Auch die Narkose habe ich recht gut überstanden. Keine Komplikationen, nur ein unglaublicher Muskelkater im ganzen Körper danach.
Weil die Wunde soweit gut aussah, hatten sie mir am Sonntag die Drainage wieder gezogen. und gestern nach dem Verbdanswechsel und dem prüfen, ob auch alles weiter gut heilt, sagte man mir, dass ich nach Hause kann.

I. hat mich abgeholt, danach sind wir direkt weiter zum Arzt. Nun bin ich noch bis zum 27. krank geschrieben. Nächste Woche Montag muss ich nochmal ins Krankenhaus, dann werden die Fäden gezogen.

Die Krankschreibung kam mir verdammt lang vor, aber gestern Abend merkte ich dann, dass ich das brauche. Ich bin nicht viel gelaufen, habe nicht viel gemacht. Aber Abends nach dem ich ein wenig gekocht hatte, war ich total schlapp auf den Beinen und mein Kreislauf ein wenig unten.
Auch heute merke ich, wie schnell mich Kleinigkeiten anstrengen, oder es zieht auf der Seite und ich mich sofort wieder zurücknehmen muss.
Das ist etwas, was ich nicht gewohnt bin. Nun muss ich mich erstmal zwingen die Dinge alle langsam und ruhig anzugehen. Und das ist das, was mir irgendwie am schwärsten fällt. Ich will die Wohnung aufräumen, mein Zimmer, das Bett neu machen. Ich weiß, frage ich I. dabei um Hilfe, er würde es sofort machen. Aber eigentlich sind das Dinge, die ich ohne Hilfe mache. Dinge die mich nicht anstrengen. Solche Kleinigkeiten wie Wäsche einsammeln und in die Trommel packen zum waschen. Oder aber das Geschirr wegräumen und die Küche ein wenig klar schiff machen.

Im Krankenhaus bin ich auch immer wieder mal aufgestanden, aber viel gemacht hat man schließlich nicht. Nichts was einen angestrengt hätte. 

Und nach dieser Woche gibt es Dinge, die ich nun umso deutlicher weiß, als vorher.
Meine Schwester ist ein wundervoller Mensch.... und nach dieser Woche muss ich mich noch viel mehr glücklich schätzen sie zu haben, weil sie da war, weil sie so oft wie möglich zu mir ins Krankenhaus kam, weil sie so viel Verständnis hatte, weil sie da war.
Meine Tanten die sofort erschienen sind, als sie hörten, was eigentlich passiert. Vorallem G. die mir mit ihrer Anwesenheit bei dem Vorgespräch zur Narkose geholfen hatte, die mir meine Angst versucht hatte zu nehmen.
I. der so oft kam wie er konnte und wenn es nur für einige Minuten gewesen sind. Obwohl er es nicht machen müsste. Aber das ist es wohl, diese Freundschaft. Ich weiß ich liebe I. - abgöttisch - aber nicht in diesem Sinne, sondern inzwischen wohl mehr wie den besten Freund und Bruder. Er ist mehr Familie als manch andere in meiner tatsächlichen Familie.
Mein Vater war da, ganz gleich wie wir gerade zueinander stehen kam er und machte seine üblichen Scherze, die so schlecht sind und dennoch mit dem Versuch einen aufzuheitern.
Ja sogar meine Mutter kam. Letztendlich wohl nur, weil meine Schwester druck gemacht hatte. Am freitag nach der OP und dann am Sonntag noch mal. Sie erzählte mir wie so oft, wir müssen uns wieder öfters sehen. Ich weiß, es sind leere Worte. Es wird sich nichts ändern. Aber dieses mal hatte ich kein schlechtes Gewissen mehr, als ich das Geld annahm, welches sie mir gab um ihr Gewissen zu erleichtern. So ist meine Mutter. Ist man aus den Augen, ist man aus dem Sinn und mit etwas glück fällt ihr alle vier bis fünf Monate mal ein, dass sie ja noch eine Tochter hat, dann wechselt sie am Telefon einige Sätze mit einem oder man sieht sich auf einem Familienfest und alles ist gut und dann ist es auch wieder vorbei.

Trotz allem habe ich ein riesen Glück mit meiner Familie und mit meinen Freunden. Mit den Menschen in meinem Umfeld. Sogar A. meine WBL kam am Samstag sofort ins Krankenhaus, als sie hörte, dass ich in diesem bin.
Es ist gut zu wissen, dass man niemals wirklich alleine ist, dass man Menschen hat, die sich um einen Sorgen und sogar ange Strecken fahren, nur um 5 Minuten da zu sein, weil es ihnen wichtig ist mich wenigstens einmal besucht zu haben.

Und nun muss ich nurnoch alles daran setzen wieder gesund zu werden und auf die Beine zu kommen, so dass ich auch wieder belastbar bin. 

 

Ich danke Allen die in dieser Zeit da waren, sich Sorgen machten und/oder ein offenes Ohr für mich hatten, die versuchten mich aufzubauen oder mich einfach zu beruhigen. 

15.11.11 15:07


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Ergebnisse

music: System of a Down - Hypnotize
mood: ein wenig entspannter

Nach dem der gestrige Tag eine Folter für mich gewesen ist, bin ich heute ein wenig entspannter, auch wenn ich tierisch müde bin, weil ich die Nacht nicht wirklich gut geschlafen hatte.
Gestern um acht gleich zur Stationsärztin. Und dann hieß es ich solle Nüchtern bleiben. Nochmal zum Ultraschall und dann nochmal zum CT.

Zum CT bin ich allerdings erst so gegen 18 Uhr gekommen. 10 Stunden lang nichts essen, keine rauchen. Das war nicht unbedingt das schlimme an der Sache. Aber 10 Stunden lang nichts trinken. Ich hatte Kopfschmerzen, war übellaunig und abgefressen.
I. kam am Nachmittag noch mal mit ein paar Blumen zu mir, bevor er zu B. gefahren ist, was ich ganz nett fand. Meine Schwester kam mich auch noch besuchen. Auch das war ganz beruhigend.

Nachdem dann endlich das CT gemacht urde, dürfte ich also wieder etwas zu mir nehmen. Innerhalb von 20 Minuten habe ich erstmal 1l Wasser gekillt und dann ging es mir auch ein wenig besser.

Und heute früh hat man mir dann also die Befunde vom CT mitgeteilt. Ich habe eine Zyste. Diese Zysten hat man wohl von Geburt an und wenn diese sich entzünden.... nun.... ich habe wohl schon immer ds Glück für mich gepachtet.

Bis Freitag muss ich noch hier bleiben. Bis dahin wird versucht das noch mit Antibiotika in den Griff zu bekommen. Man sagte mir auch, dass die Zyste heute eventuell punktiert wird um den Druck ein wenig heraus zu nehmen. Aber da war bis jetzt noch niemand da. Muss nichts bedeuten. Immerhin ist es gerade mal viertel nach zwei. Sollte es bis Freitag nicht besser werden, muss ich mich hier nochmal für einen OP-Termin kurzschließen. 

Mit der Arbeit habe ich heute schon telefoniert.  Die PDL wird das klären, da ich gerade noch nichts vorlegen kann wegen einem Krankenschein, diesen Liegeschein bekomme ich immerhin erst am Freitag, wenn ich hier entlassen werde.
Um 16 Uhr muss ich noch meinen Hausarzt anrufen und gleich sagen, dass ich Freitag noch rumkommen muss. Irgendwie ist mir ja schon ein wenig nach heulen zu mute.... aber ich bin zumindest beruhigt, weil ich nun weiß was ich da habe.

Dennoch.... dieses einfach nur rumsitzen im Krankenhaus finde ich anstrengend. Ich würde mich wohler fühlen wäre ich zu Hause in meinem Bett. Diese Kissen hier stressen mich, ich weiß nicht wie ich Nachts liegen soll und dann immernoch um Mitternacht die Infusionen die angeschlossen werden. Außerdem ist es in diesem Zimmer einfach unglaublich warm. Ich kann in dieser Wärme nicht wirklich schlafen. 

So - und eigentlich wollte man mir heute auch noch mal Blut abnehmen. Auch schon wieder. Nach dem man mich gestern schon zwei mal mit einigen Versuchen damit traktiert hat. Habe ich schon erwähnt, wie sehr ich Nadeln hasse? 

Naja... soweit so gut nun also erstmal. Hoffen wir also, dass das alles irgendwie wird. Auch wenn ich glaube, dass ich um einen OP-Termin nicht drum herum kommen werde.

9.11.11 14:23


Kranke(n)Häuser

music: Daniel Wirtz - Scherben
mood: und wäre mein Herz doch nur furchtlos

Das alles war nicht so geplant. Ich hatte nicht vorgehabt deswegen in einem Krankenhaus zu landen. Aber nun bin ich hier. In einem Zimmer in einem Krankenhaus mit einem IV-Zugang in der Hoffnung, dass die Behandlung helfen wird.

Was ich habe? Ich weiß es selber nicht mal. Ich weiß ich bin am 28.10. mit einer Schwellung am Hals wach geworden und zu meinem Arzt gegangen. Der meinte Ohrspeicheldrüse und ich bin das WE zu Hause geblieben. Artig habe ich saure Bonbons gelutscht und Kaugummi gekaut und es ist auch bis mitte der Woche irgendwie besser geworden dann. Dann kam der Donnerstag, ruckartiges Fieber und Schmerzen beim Schlucken. Freitag wieder zum Arzt. Antibiotika bekommen und hohler Weise am Wochenende arbeiten gewesen. Ich weiß, dass ich das nicht hätte machen sollen. Nicht hätte dürfen. Ich hätte meinen Arsch zu Hause im Bett lassen müssen und erstmal richtig gesund werden.
Und obwohl ich Freitag Abend noch fast 39 Fieber hatte bin ich am Samstag zur Arbeit. Es wurde alles nicht besser.

Und damit bin ich heute zum HNO-Arzt. Die hat mich mit einer Notünerweisung ins Krankenhaus geschickt und die behalten mich nun hier.... Ich will aber nicht hier sein. Ich mag Krankenhäuser nicht. Ich habe Angst vor ihnen. Ich habe Panik vor so vielen fremden Ärzten. Nun sitze ich hier mit einer Nadel in meiner Armbeuge und bekomme Antibiotika über diesen Zugang.

I. ist die Tage nicht da. Der fährt B. besuchen was ja auch sein gutes Recht ist. Für mich bedeutet das eines. Es ist niemand da, er für mich da sein wird. Es wird niemand kommen um nach mir zu sehen und ich werde mit meiner Angst alleine gelassen werden. 

Meine Mutter wird weder anrufen geschwiege denn ihren Po hier her bewegen um zu erfahren wie es mir geht.

Ich will nicht hören, dass es nicht schlimm ist im krankenhaus zu sein. Ich finde es schlimm. Ich will nicht hören, dass ich keine Angst haben muss - ich habe sie. So irrational das auch erscheinen mag für manchen. 

7.11.11 19:45


Was eine Frau schafft, schafft nicht mal der Teufel

music: Evanescence - Bring me to life
mood: Disselig herbstlich

Ich habe die Nachtdienste mehr oder weniger hinter mich gebracht und bin wie üblich noch ein wenig schläfrig. Ich war heute schon mal gegen halb 7 Wach, dachte mit aber, das wäre eine unmenschliche Zeit für einen freien Tag und habe bis kurz vor 11 weiter geschlafen. Das war mir dann auch wieder zu lang.
Nicht mal ich selbst kann es mir recht machen. Sollte mir das nun zu denken geben?
Und obwohl ich so lange geschlafen habe, könnte ich nun wieder schlafen. Ich sag ja - vermutlich war das einfach zu lang, oder das ist die Müdigkeit die mich seit Mai verfolgt.

Ich habe jetzt entschieden, dass ich immer artig die Strecke zur rbeit laufen werde. Das fällt den meisten Menschen ja nun eher im Sommer ein, wenn es schön warm ist, oder nicht regnet. Mir kommt dieser Einfall halt im Herbst, wenn es kalt und grau ist. Nass ist es bisher nicht gewesen.
Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich gerne in der Dunkelheit laufe. Bizarrer Weise habe ich dafür im Nachtdienst immer irgendwie ein mulmiges Gefühl. Dabei ist es nicht dunkel, die Lichter sind ja an. Aber dann pfeift der Winf irgendwie durch das Treppenhaus oder rüttelt irgendwo dran und ich bekomme schiss.

Ich bin ein gottverdammter Schisser. In der letzten Nacht hatte ich neben dem Schreibkram den Fernseher leise laufen. Resident Evil. Konnte ich nicht laufen lassen - ich würde Panik bekommen ein Zombie würde auf einmal irgendwo stehen. Schusswaffen gibt es keine und die Küchenmesser? Da ist ein Blatt Papier schärfer.
Hab ich einen an der Waffel? Wahrscheinlich.Aber in der Dunkelheit durch den Park laufen ohne Probleme.

Achja und: Ich hab dann für mich am Freitag Abend entschieden, dass ich mit B. einen Tee zusammen trinken werde. Und dann hatten wir uns unterhalten, während I. also arbeiten war. War ganz okay.... ich denke wir beide kommen irgendwie miteinander aus. Vielleicht weil wir uns nicht so unähnlich sind.  Ich denke da sind also die Dinge geklärt. 

So und nun habe ich Lust auf Weintrauben. 

 

26.10.11 19:02


Schmerzlos

music: Two Steps From Hell - Undying Love
mood: Wie ein Blatt im Wind

Die Tage habe ich viel mit meinen Gedanken verbracht. Die Worte die gesprochen wurden waren enige, aber Notwendige.
Es ging wieder um das Thema, dass I, neue Beziehung herkommen soll. Im weiteren Verlauf werde ich sie einfach mit B. benennen.

Es ging weiter darum, dass es mich nicht stört, dass sie her kommt, aber um die Erwartungen, die I, gestellt hatte und sie unglücklich formuliert hatte. Es fielen Begriffe wie Bewährungsprobe für die Freundschaft und Aussagen wie "Dann muss ich darüber nachdenken, ob du wirklich an meinem Leben interessiert bist" - und es fiel ihm recht schwer zu verstehen, dass es für mich Grenzen gibt. I. weiß, dass ich ein Mensch bin, der Zeit brauch um Menschen kennen zu lernen. Ich schaue sie mir an - eine Weile - und entscheide dann, ob ich sie leiden kann.

Mit dem Begriff "Bewährungsprobe" legte er mir aber einen ziemlichen Druck auf die Schultern. Er verstand nicht, warum ich sie wirklich gar nciht in diesem Zimmer haben will. Dem Zimmer mit meinen Sachen, den Dingen die Informationen über mich her geben. Das Zimmer in dem ich lebe, mal mehr ordentlich, mal weniger ordentlich. 

Und er schien zu erwarten, dass ich mich mit ihr verstehen müsste. Wenn ich seine beste Freundin bin, müsste ich mich auch mit seiner Freundin verstehen. Und dagegen wehre ich mich allemal. Denn unter Zwang einen Menschen leiden zu können, das funktioniert nicht.

Ich hab mit meiner Schwester darüber gesprochen am Samstag. Bei wundervollem Wetter und Kaffee. Meine Schwester ist radikaler als ich. Sie kann auch nciht mit jemanden weiter befreundet sein, wenn sie sich getrennt hat. Sie bezeichnet mich als masochistisch, zugleich räumt sie ein, dass ich mit diesen Dingen besser umgehen kann als sie. Vorallem räumte sie ein, dass ihre Beziehungen nur das gewesen sind, eine tiefe und innige Freundschaft ist in den Jahren allerdings nie entstanden.  Es tut gut mir meiner Schwester zu reden. Sie ist so rational, wenn auch radikal. Aber irgendwann landen wir in der Mitte. Aber ich verstehe, dass sie sich Sorgen um mich macht. Sie will nicht, dass I, mich auf irgendeine Weise mich nochmal verletzt.

In diesem Gespräch legten wir Punkte fest, die wichtig sind, die ich mit Ingo besprechen sollte. Dass er verstehen muss, dass er mich nicht unter Druck setzen darf. Dass er nicht erwarten kann, dass ich sie leide - lediglich, dass ich sie nicht provoziere. Und das hatte ich schon eingeräumt. Er muss es als Fakt ansehen, dass sie in dem Zimmer, in dem ich lebe sie nciht reinzubringen hat. Es sit mein Recht zu entscheiden, wannn wer und wie viel von mir und meinem privaten Dingen mitbekommen darf. Und das Schlafzimmer ist etwas sehr privates. 

Letztendlich nimmt I. es hin. Es bleibt ihm nichts anderen übrig. Und er meinte zumindest, er habe verstanden, dass er seine Worte unglücklich formuliert hat. Dass es zwar sein Wunsch ist, dass wir uns verstehen - B. und ich - er es aber nicht erzwingen darf. 

Und ich hoffe einfach, damit ist das alles vom Tisch. Ich will nicht weiter darüber nachdenken, ich will nicht von ihm gegen eine Wand gedrückt werden durch Erwartungen. Ich will einfach meine Ruhe haben und ich denke, dass ist nicht zu viel verlangt.

Und heute will ich meinen freien Tag genießen. Ich will durchatmen. Ich will schreiben. Ich will Musik. Ich will Gedanken die schweifen, weit weg von allem. Ich will Gefühle. Will Neues. Will Altes. Ich will die schillernden Farben des Herbstes. Das letzte Aufbäumen vor dem sterben.

 

18.10.11 12:19


Haltet die Welt an. Ich will aussteigen!

music: "Rolling In The Deep" - Adele (Sam Tsui + Tyler Ward Cover)
mood: Ich möchte schreien

Heute war einfach mal ein Tag, der rundum zum vergessen ist. Er war arbeitstechnisch viel zu lang. Zu annstrengend. Um halb sechs auf Arbeit gewesen, um halb vier wieder nach Hause. Nicht nur, dass der neue Kollege noch sehr unsicher ist, ich musste meine Hälfte schaffen und seine mit runterarbeiten. Und zum krönenden Abschluss, dass ich heute mit zur Fortbildung hoch sollte. Fix und fertig mir also noch anderthalb Stunden irgendwas über Inkontinenz anhören. 

Mein Kreislauf unternahm bis dahin ungefähr sechs Versuche einfach mal zusammen zu klappen. Mir war übel, mein Rücken tat weh und ich spielte mit den Gedanken mir demnächst einen IV-Zugang legen zu lassen, um selber mal auf meine Trinkmenge zu kommen.

Und dann? Dann kam der krönende Abschluss. Obwohl I. für zweieinhalb Wochen noch festlegte, dass die noch derzeitige Wohnsituation es nicht erlauben würde, dass er eine Frau her bringt, machte er nun heute eine harte Kehrtwende. Es wäre eine Ausnahme, doch nur, weil er jetzt alle Wochenenden arbeiten müsste und sie sich dann nciht so lange sehen. Deswegen würde er sie gerne b Mitte nächster Woche hier her bringen. Es wäre nur dieses eine Mal und auch wirklich nur, weil sich spontan seine Dienste geändert haben.

Willkommen in der Welt I. So ist das mit Schichtdiensten auch über das Wochenende. So ist die Welt nun mal - Dienstpläne ändern sich immer wieder. Das wird nicht das Erste und letzte mal sein. Also will ich gar nichts davon hören, es wäre nur dieses eine Mal. Es wird das erste Mal sein und es wird immer wieder passieren.

Ich komme gut darüber hinweg, dass wir getrennt sind. Ich komme gut damit klar, dass er nun in einer neuen Beziehung ist. ber ist es so schwer zu verstehen, dass ich mich der derzeitigen Situation nicht wirklich wohl damit fühle?

Auch wenn ich unser ehemals gemeinsames Zimmer überwiegend für mich alleine habe - seine Sachen sind hier noch drin. Durch unseren Mitbewohner sind die Ausweichzimmer noich immer arg begrenzt. Das Wohnzimmer wird für mich nicht betretbar. Und das volle Tage lang. Ich werde mich in der eigenen Wohnung nicht frei bewegen können.
So gut ich mit I. auch derzeit zurecht komme, ich denke doch es ist verständlich, dass ich nicht unbedingt mit seiner neuen Beziehung groß Kontkt haben will.

Und viel fasinierender ist auch noch, wie schnell sich seine Meinungen ändern. Das bestätigt die Befürchtungen, wie viel man auf seine Worte wirklich geben kann. Vermutlich nämlich nichts.

Und zum anderen - seine neue behauptet zwar, es stört sie nicht, dass I. also noch mit seiner Exfreundin zusammen lebt, aber sein wir doch mal ehrlich. Insgeheim würde es jede Frau stören, frisch in einer Beziehung, verliebt. Und dann fährt man zu ihm und was ist da? Die Exfreundin in der Wohnung. Aber I. vertraut ja darauf, dass sie damit zurecht kommt. 

Und er kann nicht verstehen, warum mir das wie ein Stein im Magen liegt. Wieso sind Männer manchmal einfach nur so bescheuert. Zugleich sehe ich nicht ein, meinen Wohnplatz dafür für ein paar Tage zu wechseln. Ich muss arbeiten, ich werde Spätdienst haben. Nichts ist.

 Haltet die Welt an. Ich muss aussteigen!

12.10.11 19:02


Das Leben geht weiter

music: Sébastien Tellier - L'Amour Et La Violence (Boys Noize Euro Mix)

mood: Das Wetter passt, es ist grau und kalt.

 

Das Leben geht weiter. Ohne Frage. Die Dinge verändern sich. Im Grunde ist es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis dieser Zeitpunkt kommt. I. hat eine neue Freundin. Aber dazu noch mehr. Wie steht es ansonsten mit I. und mir?
Ich bin wieder bei uns in der Wohnung, es geht. Wir verstehen uns. Wir lachen, wir reden. Soweit es geht, ist dort die Freundschaft die sich in all den Jahren mit aufgebaut hat. Dennoch tut es manchmal weh. Nicht weil ich ihn vermisse. Nicht I. selbst, sondern die Zeiten, als ich nicht alleine war. Wo ich die Dinge nicht mit mir selbst ausmachen musste. Die Zeiten wo die Schulter da war, wenn ein tag einfach mal wieder besonders hart war. Die Probleme die man vorher geteilt hatte und nun alleine wälzen muss.
Wir sagen, wir kennen uns, wie es niemand anders kann - wir verstehen uns blind. Das ist kein Einreden, es ist eine Tatsache. Aber sehen wir doch einfach mal der Wahrheit ins Auge - es ist Nichts mehr so, wie es einmal gewesen ist.

Es hatte mich nicht schockiert oder verwundert, als er mir mitteilte, er hätte jemanden kennen gelernt. Tatsächlich kann und konnte ich recht nüchtern mit ihm über diese Situation reden. Das ist es nicht, was schmerzt. Aber nun war er eine Woche weg. Eine Woche, in der ich zu viel zeit für zu viele Gedanken hatten. Ich freue mich für ihn, wenn er jemanden gefunden hat.
Zugleich wird mir damit wieder schmerzlich bewusst, dass ich die Dinge weiterhin alleine mit mir ausmachen muss.
I. ist nicht unbedingt eine treue Seele wenn es um Freundschaften geht. Er redet sich ein, alles bleibt bei den Plänen wie wir sie vorhaben. Ich glaube daran nicht. Es klang gut - so lange weder er noch ich in einer Beziehung wären. Er glaubt fest daran, dass sich nichts mit einer beziehung ändern wird. Das wird es.
I. ist das, was ich wohl als Teil meiner Familie sehe - trotz allem. Durch diese vielen Jahre, durch die wir zusammen sind, durch die Umstände. Er war nicht einfach nur der Typ, mit dem ich eine Beziehung hatte. Er war bester Freund, Bruder... der Mensch den ich in allen Dingen vertraut habe.

Für I. bin ich der Mensch, der ihn am besten kennt und eine seiner besten Freundinnen. Und da hört es auch schon wieder auf. Ich sollte also dieser Illusion nicht weiter nachjagen. Denn ich weiiß, wie I. seine Kontakte zu alten besten Freunden gepflegt hat. Gar nicht.

Das heißt... auch das hier, das was geblieben ist, hat eine Ablauffrist. Warum also sollte ich mich jetzt weiter daran festhalten.
Das Leben wird weiter gehen. Es geht immer weiter. N. sagte mal: "Wer mich nicht will, hat mich nicht verdient" und vielleicht sollte ich mir genau das zum Leitsatz machen.
Ich muss einfach anfangen mehr für mich zu machen. Ich muss aus diesem Kreislauf ausbrechen, ehe ich wieder das Gefühl habe verlassen worden zu sein.  

Vielleicht ist das alles nur ein Anflug von aufkeimender Herbstdepression. Vielleicht ist es einfach das Wetter der letzten Tage. Vielleicht höre ich auch einfach nur die falsche Musik zu den Stunden. Der Kern dabei ist etwas, was bleibt. Ich muss mehr für mich machen. Leichter gesagt, als getan. Aber wenn nicht jetzt, wann also dann?

10.10.11 17:34


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