Angel



Tage der selbst auferlegten Folter

music: Sébastien Tellier - L'Amour Et La Violence (Boys Noize Euro Mix)
mood: dancing in the rain

Gestern war es noch so schön warm und sonnig gewesen, heute ist es wieder stürmischer Wind und wiederholte Regenschauer. Aprilwetter. Anscheinend auch besonders genug, dass es heute in der Raucherinsel von der sonst so schweigsamen Heimleitung zum Gesprächsthema gemacht wurde.
Ich muss dazu sagen, sie ist noch recht neu. Ich habe mal zwei Sätze mit ihr gewechselt, die das Vorstellen beinhaltet haben, gesehen habe ich sie schon öfters nun im Haus, heute war das erste Mal, wo sie also ein paar belangloser Wörter gewechselt hatte - exakt in den 40 Sekunden, in denen ich am aufstehen war um wieder zur Arbeit zu gehen.
A. war heute auch wieder da. Meine liebe A. die irgendwie seltsam friedlich wirkt. Viel mehr noch, sie macht mir Angst. Sie hatte die letzten beiden tage erschreckend gute Laune - ich will sagen: Sie war aufgedreht. Also.... so wirklich richtig aufgedreht auf ihre seltsam verquere Art. Das fing schon gestern an, als sie - Nichtraucher - mit mir runter zur Raucherinsel wollte und dort wirkte wie ein Außerirdischer. Gut ihre Gesprächsführung tat das übrige dazu bei. Sie wirkte verklärt, ein wenig entrückt und nicht von dieser Welt, als sie davon sprach, dass sie dieses zarte Grün der Bäume mag und die Bäume, die Tiere und die Natur generell ihre Freunde sind.
So ist A. nun mal. Aber hey - ein Außenstehender hat nicht das recht sich über sie lustig zu machen und zu fragen, ob sie zufällig gerade in Japan war, oder warum sie so verstrahlt ist.
Das denke ich mir gerade nicht aus. Das hat dieser Vollpfosten von Gärtner wirklich von sich gegeben, als ich ihn bei der zweiten Runde traf. So diese Sorte von Mann die im Grunde echt nicht berauschend aussieht, die Allgemeinbildung bekannter Berliner Tagesklatschzeitungen besitzt und sie auch daher bezieht - viel mehr gestaltet er mit den Titelthemen die allmorgendliche Gesprächsführung - und sich insgesamt für einen tollen Hecht hält.  Mein Kommentar zu seiner Aussage? "Das solltest du dich selbst fragen ob du dort warst bei diesem grenzdebilen Grinsen" - in Gedanken. Tatsächlich, mit einem warmen zuckersüßen Lächeln auf den Lippen: "Aha - du musst es ja wissen."  - Ja ich weiß, nicht sehr kreativ. Man ich war wütend auf den Sack. A. ist ja ein Thema für sich. Natürlich, sie ist anstrengend, nörgelnd und irgendwie.... weltentfernt manchmal, ja wir haben alle immer wieder Probleme mit ihr als Kollegin. Ja sie ist gefährlich in ihrer Art eigentlich helfen zu wollen - aber scheiße noch eines, der Kerl hat sich nicht auf ihre Kosten aufzuspielen.  Vor allem nicht, wenn sie nicht da ist.
ich hab auch meine Probleme mit ihr - aber die trage ich auch direkt aus. Natürlich behalte ich dabei viele Gedanken für mich - scheiße Sinn und Zweck ist es nicht eine Kollegin auf der Arbeit runter zumachen.

Und nun lege ich mal wieder einen klassischen harten Themensprung ein. Da wir letzte Woche entdeckten, dass das Wochenende nach meinen Nachtdiensten keinen Nachtdienst mehr hat, erklärte ich mich bereit die zwei Nächte noch ran zuhängen. Zu den drei Nächten die ich davor mache und den insgesamt sechs Nächten, die ich diesen Monat habe. Dummer Weise hatte ich folgendes vergessen: Ich habe noch zwei Frühdienste davor. Nun knall ich mir also in einer Form von verkappten Masochismus  selber eine Hardcore Woche hinein. 7 Dienste - zwei davon früh, fünf davon Nachtdienst. Mein Drang nach Schmerzen jedweder Form muss enorm gewesen sein, wenn ich die Tatsache der Dienste im voraus vergessen habe. Wie kann man auch nur so selten dämlich sein.

Hier also die erneute Erkenntnis: Ich brauche keinen Sadisten. Das schaffe ich auch gut alleine. 

 

12.4.11 20:34
 


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